Stücke für Werke in der Kunsthalle Mannheim: Wenn Kunst hörbar wird


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Wenn Kunst zu klingen beginnt: Alexander Tillegreen in der Kunsthalle Mannheim
Die Ausstellung Stücke für Werke verwandelt die Kunsthalle Mannheim in einen Resonanzraum für Sehen, Hören und räumliche Wahrnehmung. Der dänische Künstler und Komponist Alexander Brix Tillegreen entwickelt zehn ortssensitive Klanginstallationen und musikalische Werke, die mit ausgewählten Arbeiten aus der Sammlung der Kunsthalle Mannheim in einen eigenständigen Dialog treten.
Ein Kunsterlebnis zwischen Bild, Klang und Architektur
Malerei, Skulptur, Arbeiten auf Papier und Architektur begegnen in dieser Ausstellung einer zeitgenössischen Klangkunst, die nicht bloß begleitet, sondern neue Wahrnehmungsräume eröffnet. Tillegreens Kompositionen reagieren auf Textur, Räumlichkeit, Rhythmus und Überlagerung visueller Werke. So entsteht eine ästhetische Erfahrung, in der sich der Blick durch das Hören verändert und der Museumsraum körperlich erfahrbar wird.
Alexander Brix Tillegreen: Zwischen Komposition und bildender Kunst
Alexander Brix Tillegreen, geboren 1991 in Taarbæk, Dänemark, lebt und arbeitet in Kopenhagen und Berlin. Er studierte an der Städelschule in Frankfurt am Main und an der Cooper Union in New York. Seine künstlerische Praxis verbindet Malerei, Druckgrafik, Skulptur, Video, Installation und Komposition. Im Zentrum stehen Fragen nach Wahrnehmung, Abstraktion, Sprache, psychoakustischen Phänomenen und dem Verhältnis von Körper, Raum und Erinnerung.
Für Stücke für Werke wählte Tillegreen Kunstwerke der Museumssammlung als kompositorische Ausgangspunkte. Seine Klangarbeiten greifen Elemente zeitgenössischer klassischer Musik, Field Recordings, experimenteller Instrumentation und sprachbezogener Klangforschung auf. Einige Werke untersuchen die Übergänge zwischen Sichtbarkeit und Hörbarkeit, andere aktivieren suggestive und symbolische Bedeutungsebenen.
Werkbetrachtung als sinnliche Wahrnehmung
Die Ausstellungsatmosphäre entsteht aus feinen akustischen Verschiebungen, räumlicher Stille und der bewussten Konzentration auf einzelne Werke. Stimmen, elektronische Klänge und ortsspezifische Resonanzen treten neben Formen, Materialien und Oberflächen. Das Museum wird zur begehbaren Komposition, in der jede Bewegung den eigenen Höreindruck verändert.
Kunsthistorische Einordnung und kulturelle Bildung
Tillegreens Ausstellung steht in der Tradition intermedialer Kunstformen, die die Grenzen zwischen bildender Kunst, Musik und Architektur überschreiten. Sie knüpft an die Geschichte der Klangkunst und der installativen Kunst an und erweitert die klassische Werkbetrachtung um eine akustische Dimension. Zugleich fügt sich das Projekt in Mannheims Profil als UNESCO City of Music ein.
Das Kunsterlebnis lädt dazu ein, vertraute Kategorien neu zu befragen: Was geschieht, wenn ein Gemälde als klangliche Struktur gedacht wird? Wie verändert sich die Wahrnehmung einer Skulptur durch den Raumklang? Und welche Erinnerungen entstehen, wenn visuelle und akustische Eindrücke ineinandergreifen?
Fazit: Eine Ausstellung für Augen, Ohren und Vorstellungskraft
Stücke für Werke erwartet Besucherinnen und Besucher mit einer konzentrierten ästhetischen Erfahrung zwischen Sammlung, Klang und Architektur. Die Ausstellung macht Kunst nicht nur sichtbar, sondern auch hörbar und körperlich spürbar. Wer zeitgenössische Klangkunst, intermediale Installation und neue Formen der Werkbetrachtung erleben möchte, sollte dieses besondere Ausstellungsprojekt in der Kunsthalle Mannheim live entdecken.










