ZUsammenKUNFT DER SPEZIES im Mannheimer Kunstverein: Malerei für eine gemeinsame Zukunft


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Wenn Tiere zu Subjekten werden: Hartmut Kiewerts ZUsammenKUNFT DER SPEZIES
Im Mannheimer Kunstverein lädt Hartmut Kiewert mit ZUsammenKUNFT DER SPEZIES zu einer konzentrierten Werkbetrachtung über das Verhältnis von Mensch und Tier ein. Die Ausstellung verbindet zeitgenössische figurative Malerei mit gesellschaftlicher Reflexion und eröffnet ein Kunsterlebnis, in dem ästhetische Erfahrung, Tierethik und kulturelle Bildung ineinandergreifen.
Figurative Malerei als Gegenbild zum anthropozentrischen Blick
Hartmut Kiewert, 1980 in Koblenz geboren, studierte zunächst Architektur und anschließend Malerei und Grafik an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. 2010 schloss er sein Diplom mit Auszeichnung ab. Seit 2008 beschäftigt sich der in Leipzig lebende Künstler intensiv mit dem gesellschaftlichen Mensch-Tier-Verhältnis.
Seine Bildwelten formulieren Gegenbilder zu Ausbeutung, Verdrängung und hierarchischer Beherrschung. Schweine, Kühe und Hühner erscheinen nicht als dekorative Staffage, sondern als eigenständige Individuen und handelnde Subjekte. Dadurch verschiebt sich die Perspektive: Der Mensch verliert seine selbstverständliche Vorrangstellung, während die Tiere als fühlende und soziale Lebewesen in den Mittelpunkt der Bildordnung treten.
Ruhe, Farbe und eine Malerei der konzentrierten Wahrnehmung
Kiewerts Malerei entwickelt ihre Wirkung aus einer kontrollierten, detailreichen Komposition. Raum, Figur und Farbe stehen in einer klaren, beinahe stillen Ordnung. Die Ausstellungsatmosphäre entsteht nicht durch dramatische Gesten, sondern durch die Verlangsamung des Sehens. Jede Werkbetrachtung führt tiefer in Bildräume, in denen vertraute Landschaften, urbane Orte und utopische Situationen eine neue soziale Choreografie erhalten.
Die präzise figurative Bildsprache verbindet sinnliche Präsenz mit kunsthistorischer Reflexion. Licht, Oberflächen und Körper verleihen den Szenen eine greifbare Materialität, während die ruhige Komposition den Blick zur längeren Betrachtung einlädt. So entsteht eine Ästhetik, die nicht belehrt, sondern Wahrnehmung verändert.
Utopie und gesellschaftliche Verantwortung
ZUsammenKUNFT DER SPEZIES versteht die Ausstellung als Denkraum für eine gemeinsame Zukunft. Kiewerts Gegenwelten stellen die Frage, wie ein Zusammenleben jenseits von Ausbeutung und Objektifizierung aussehen könnte. Die Kunst bewegt sich dabei zwischen Gegenwartskritik, Tierethik und einer poetischen Vorstellung von Multispezies-Gesellschaft.
Begleitend zur Ausstellung erscheint 2026 eine Publikation des Mannheimer Kunstvereins mit Texten von Prof. Dr. Jessica Ullrich und einem Vorwort von Dr. Friedrich W. Kasten. Der Katalog vertieft die kunsthistorische und gesellschaftliche Einordnung der ausgestellten Arbeiten und ergänzt die ästhetische Erfahrung durch wissenschaftliche Perspektiven.
Fazit: Eine Ausstellung, die den Blick verändert
Besucherinnen und Besucher erwartet eine eindringliche Ausstellung zeitgenössischer Malerei, die Schönheit, Präzision und gesellschaftliche Verantwortung miteinander verbindet. Wer sich auf die stille Intensität der Bilder einlässt, erlebt Kunst als Möglichkeit, eingefahrene Sichtweisen zu hinterfragen und die Beziehung zwischen Mensch, Tier und Umwelt neu zu denken. Ein Besuch im Mannheimer Kunstverein bereichert die kulturelle Wahrnehmung und schafft Raum für eine nachhaltige ästhetische Erfahrung.
Offizielle Kanäle von Hartmut Kiewert:
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