Von Dürer bis Piranesi in der Kunsthalle Mannheim: Druckgrafik als Kunsterlebnis


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Grafik als Wissensraum: Anton von Kleins Sammlung neu entdecken
Die Kunsthalle Mannheim öffnet mit „Von Dürer bis Piranesi“ einen Blick in die faszinierende Welt der Druckgrafik. Die Ausstellung führt in eine Epoche, in der Kupferstich, Radierung und Zeichnung nicht nur Kunstformen, sondern auch Medien der Aufklärung waren. Im Zentrum steht die Mannheimer Sammlung des Gelehrten und Professors Anton von Klein, dessen graphisches Konvolut seit 1922 zur Kunsthalle gehört.
Zwischen Renaissance und Rokoko
Rund 80 Blätter spannen einen weiten Bogen von der deutschen Renaissance über die niederländische und flämische Schule bis nach Frankreich, England und Italien. Werke von Albrecht Dürer, Hendrick Goltzius, Bernhard Rode und Giovanni Battista Piranesi eröffnen ein vielstimmiges Panorama europäischer Bildkultur. Gerade in der Werkbetrachtung zeigt sich, wie Druckgrafik Wissen ordnet, Gefühle verdichtet und Räume imaginär erweitert.
Ein Sammler als Vermittler der Aufklärung
Anton von Klein wirkte als Professor für die „schönen Wissenschaften“ am Hof des Kurfürsten Karl Theodor. Seine Sammlung diente nicht bloß dem Besitz, sondern der Bildung: Bilder sollten Gedanken schärfen und Zusammenhänge sichtbar machen. Diese kuratorische Idee wirkt bis heute aktuell, weil sie das Museum als Ort ästhetischer Erfahrung und kultureller Bildung begreift.
Meisterwerke in feinsten Linien
Die Ausstellung lenkt den Blick auf die stille Kraft der Druckgrafik. Linien, Schraffuren und Kontraste entfalten eine erstaunliche Raumwirkung, die im Original besonders intensiv erfahrbar wird. Wer sich auf die Blätter einlässt, entdeckt neben technischer Präzision auch erzählerische Dichte, ikonografische Vielfalt und kunsthistorische Übergänge zwischen Epochen und Stilen.
Wissen, Sehen, Vergleichen
Als Auftakt einer Ausstellungsreihe macht die Präsentation sichtbar, wie Sammlungen gelesen werden können: als Archive von Ideen, Geschmack und Bildungsansprüchen. Die kuratorische Setzung verbindet wissenschaftliche Genauigkeit mit sinnlicher Zugänglichkeit. So entsteht ein Kunsterlebnis, das nicht nur informiert, sondern den Blick schult und die eigene Wahrnehmung vertieft.
Fazit
„Von Dürer bis Piranesi“ ist eine Einladung, die Druckgrafik neu zu betrachten: als Kunstform voller Geist, Präzision und historischer Tiefe. Wer Kunstgeschichte nicht nur lesen, sondern sehen und spüren möchte, sollte diese Ausstellung in der Kunsthalle Mannheim unbedingt live erleben.
Offizielle Kanäle von Kunsthalle Mannheim:
- Instagram: kein offizielles Profil gefunden
- Facebook: https://www.facebook.com/KunsthalleMA/
- YouTube: kein offizielles Profil gefunden
- Website: https://www.kuma.art










