Alexander Tillegreen in der Kunsthalle Mannheim: Kunst sehen und hören


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Wenn Kunst zu klingen beginnt: Alexander Tillegreen in der Kunsthalle Mannheim
Die Ausstellung Stücke für Werke des dänischen Künstlers und Komponisten Alexander Brix Tillegreen verwandelt die Kunsthalle Mannheim in einen Resonanzraum für Sehen, Hören und räumliche Wahrnehmung. Vom 2. April 2026 bis zum 10. Januar 2027 treten zehn neu entwickelte, ortsspezifische Klangwerke in einen intensiven Dialog mit ausgewählten Arbeiten aus der Sammlung.
Ein Museum als Resonanzraum
Tillegreen untersucht, wie Klang auf bildende Kunst und Architektur reagiert und dadurch neue Bedeutungsebenen entstehen. Zwischen Skulpturen, Arbeiten auf Papier und Gemälden entfalten sich subtile akustische Interventionen, die über verschiedene Räume der Kunsthalle verteilt sind. Die Besucherinnen und Besucher begegnen unterschiedlichen Klangzonen – von kaum wahrnehmbaren akustischen Verschiebungen bis zu immersiven Situationen.
Sehen, hören und anders wahrnehmen
Als kompositorische Ausgangspunkte wählte Tillegreen Werke von Auguste Rodin, Rosemarie Trockel, László Moholy-Nagy, Anna Mahler, Francis Bacon, Edvard Munch, Isa Genzken, Édouard Vuillard und Louise Nevelson. Textur, Räumlichkeit, Rhythmus und Überlagerung werden in auditive Strukturen übersetzt. So entsteht eine Werkbetrachtung, in der sich Malerei, Skulptur, Installation und Architektur gegenseitig neu beleuchten.
Klangkunst zwischen Komposition und Psychoakustik
Alexander Brix Tillegreen, 1991 in Taarbæk geboren, arbeitet zwischen Kopenhagen und Berlin. Seine künstlerische Praxis verbindet Malerei, Druckgrafik, Licht, Video, Skulptur, Komposition und Soundinstallation. Er studierte an der Städelschule in Frankfurt, an der Cooper Union School of Art in New York sowie Kunstgeschichte, Musikwissenschaft und Sound Studies an der Universität Kopenhagen.
Im Zentrum seiner Arbeit stehen psychoakustische Phänomene, Hörtäuschungen, Sprache und die Frage, wie Bedeutung im Zusammenspiel von Körper, Raum und Erinnerung entsteht. Zeitgenössische klassische Musik, Field Recordings und experimentelle Instrumentationen verbinden sich zu einer Kunstrichtung, die Wahrnehmung nicht erklärt, sondern sinnlich aktiviert.
Die Sammlung mit neuen Ohren erleben
Stücke für Werke erweitert das klassische Ausstellungserlebnis um eine körperlich spürbare Dimension. Die Ausstellungsatmosphäre verändert sich mit jedem Schritt durch die Räume: Geräusche treten hervor, verschwinden wieder und verschieben die Aufmerksamkeit. Das Auge folgt dem Kunstwerk, während das Ohr zugleich Architektur, Distanz und Bewegung registriert.
Damit wird die Ausstellung zu einer ästhetischen Erfahrung und zu einem Beispiel zeitgenössischer kultureller Bildung. Tillegreens Kuratierung eröffnet Zugänge zu bekannten Positionen der Kunstgeschichte, ohne sie festzuschreiben. Wer langsam schaut und aufmerksam hört, erlebt die Sammlung als lebendiges Gefüge aus Material, Zeit, Raum und Resonanz.
Fazit: Ein sinnliches Kunsterlebnis für neugierige Ohren
Alexander Tillegreens Stücke für Werke verbindet Klangkunst, Sammlung und Architektur zu einer konzentrierten Form der Werkbetrachtung. Die Ausstellung erwartet ihr Publikum nicht mit lauten Effekten, sondern mit feinen Verschiebungen, überraschenden Resonanzen und einer intensiven Wahrnehmung des Museumsraums. Kunstinteressierte sollten diese besondere Verbindung von Hören und Sehen unbedingt live in der Kunsthalle Mannheim erleben.
Offizielle Kanäle von Alexander Tillegreen:
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