Alexander Tillegreen in der Kunsthalle Mannheim: Kunst sehen und hören


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Wenn Kunst zu klingen beginnt: Alexander Tillegreen in der Kunsthalle Mannheim
Die Ausstellung Stücke für Werke des dänischen Künstlers und Komponisten Alexander Brix Tillegreen verwandelt die Kunsthalle Mannheim in einen Resonanzraum für Sehen, Hören und räumliche Wahrnehmung. Zehn neu entwickelte, ortsspezifische Klangwerke treten in einen direkten Dialog mit ausgewählten Arbeiten der Museumssammlung.
Ein Dialog zwischen Klang und bildender Kunst
Tillegreen wählte Werke von Auguste Rodin, Rosemarie Trockel, László Moholy-Nagy, Anna Mahler, Francis Bacon, Edvard Munch, Isa Genzken, Édouard Vuillard und Louise Nevelson als kompositorische Ausgangspunkte. Skulpturen, Arbeiten auf Papier und Gemälde erhalten dadurch eine zusätzliche akustische Dimension.
Die Klanginstallationen verteilen sich über verschiedene Räume der Kunsthalle. Besucherinnen und Besucher begegnen ihnen in unterschiedlichen Klangzonen: teils kaum wahrnehmbar an der Schwelle des Hörens, teils als immersive Werke, die Architektur, Bewegung und Aufmerksamkeit unmittelbar einbeziehen.
Psychoakustik, Field Recordings und neue Wahrnehmung
Tillegreens künstlerische Praxis bewegt sich zwischen Soundinstallation, Malerei, Druckgrafik, Licht, Video, Skulptur und Komposition. Seine Klangwerke greifen Elemente der zeitgenössischen klassischen Musik, psychoakustische Phänomene, Field Recordings und experimentelle Instrumentationen auf.
Textur, Räumlichkeit, Rhythmus und Überlagerung werden in auditive Strukturen übersetzt. Sprache und musikalische Referenzen eröffnen symbolische und konnotative Ebenen. Die Werkbetrachtung erweitert sich zur ästhetischen Erfahrung, in der nicht nur der Blick, sondern auch der eigene Körper und die persönliche Hörwahrnehmung aktiv werden.
Alexander Tillegreen: Kunst zwischen Forschung und Komposition
Alexander Brix Tillegreen, geboren 1991 in Taarbæk, Dänemark, studierte Bildende Kunst an der Cooper Union School of Art in New York sowie Kunstgeschichte, Musikwissenschaft und Sound Studies an der Universität Kopenhagen. 2017 schloss er sein Meisterschülerstudium an der Städelschule in Frankfurt am Main ab.
Seine Arbeiten wurden unter anderem im MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt, im Museum Tinguely in Basel, bei CCA Glasgow, in der Nikolaj Kunsthal Kopenhagen und bei internationalen Festivals für zeitgenössische Musik und Klangkunst präsentiert. Im Zentrum seines Schaffens stehen Wahrnehmung, Abstraktion, psychoakustische Prozesse und die Frage, wie Hören Bedeutung erzeugt.
Die Kunsthalle als begehbarer Klangkörper
Stücke für Werke verbindet Kuratierung, Sammlung und zeitgenössische Klangkunst zu einem vielschichtigen Kunsterlebnis. Die Architektur der Kunsthalle wird nicht bloß zum Ausstellungsrahmen, sondern selbst zum Resonanzkörper. Jeder Raum verändert die Wirkung der Kompositionen, während die eigene Bewegung neue akustische Beziehungen entstehen lässt.
Das Projekt steht zugleich im kulturellen Kontext Mannheims als UNESCO City of Music. Es lädt dazu ein, vertraute Kunstwerke mit geschärfter Aufmerksamkeit neu zu betrachten und die Übergänge zwischen Bild, Raum, Material und Klang bewusst wahrzunehmen.
Fazit: Eine Ausstellung für Augen, Ohren und Vorstellungskraft
In der Kunsthalle Mannheim erwartet Kunstinteressierte eine konzentrierte Ausstellungsatmosphäre zwischen Sammlung, Installation und Komposition. Alexander Tillegreens Werke öffnen einen ungewöhnlichen Zugang zur Kunstgeschichte und machen Wahrnehmung selbst zum Gegenstand der Ausstellung. Wer Malerei, Skulptur und Klangkunst in einer unmittelbar erfahrbaren Verbindung erleben möchte, sollte dieses besondere Kunsterlebnis live besuchen.
Offizielle Kanäle von Alexander Tillegreen:
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